​​ Wasseraufbereitung für die Universität in Innsbruck - BWT Best Water Technology 

BWT Wasseraufbereitung für Leopold Franzens und medizinische Universität in Innsbruck

16.2.2012 8:00   Mondsee

Für die Leopold Franzens Universität sowie die Medizinische Universität in Innsbruck wurde in den letzten Jahren am Standort Innrain 80 - 82 ein Neubau für die Abteilungen Chemie, Pharmazie und Theoretische Medizin errichtet. In dem Neubau sind Labor-, Forschungs-, Büro- und Unterrichtsräumlichkeiten untergebracht, welche von beiden Universitäten teilweise gemeinschaftlich genutzt werden.

 

Der Universitätsneubau wird über die öffentliche Wasserversorgung der Stadt Innsbruck mit Wasser gespeist, welches für die unterschiedlichen Anwendungszwecke besondere Qualitäten aufweisen muss und je nach Anforderung gesonderten Aufbereitungsstufen unterzogen wird. Neben der Reinwasser-Aufbereitung wurde auch eine Abwasser-Neutralisationsanlage errichtet, die gewährleistet, dass die Laborwässer den Anforderungen des Abwasseremissionsgesetzes entsprechen.

 

1. Wasseraufbereitung für Labor, Chemie und Medizin, Küche, Kühlkreise und Heizung

Entsprechend den verschiedenen Anwendungen wird Wasser mit unterschiedlicher Qualität benö-tigt, so sollte das Wasser für Anwendungen in der Küche beispielsweise eine Resthärte von 3°dH aufweisen. Für Anwendungen in den Bereichen Chemie, Medizin, Kühlkreise und Heizung wird jedoch Wasser mit < 0,1°dH benötigt. Für die Verwendung im Laborbereich wird darüber hinaus entsalztes Wasser mit einer Qualität von ≤ 5 µS/cm² Leitfähigkeit gefordert.

Bevor das Wasser der ersten Aufbereitungsstufe zufließt, wird es mittels eines automatischen Rückspülfilters mit einer Feinheit von 100 µm gefiltert. Das gefilterte Wasser wird anschließend den ersten Abnahmestellen, z. B. als Trinkwasser, zugeführt.

In einer nächsten Stufe wird das Wasser mittels einer sogenannten Duplex-Enthärtungsanlage der Baureihe Rondomat Duo auf < 0,1°dH enthärtet. Die beiden Austauschersäulen werden dabei neben der Mengensteuerung auch in einer zeitlich abhängigen Wechselschaltung betrieben, wodurch eine Minimierung von Stagnationszeiten erreicht wird. Diese Betriebsweise ermöglicht hinsichtlich chemischer und mikrobiologischer Parameter eine günstigere Wasserqualität als bei sonst üblich verwendeten Pendelenthärtungsanlagen. Zudem sind Rondomat Duo-Enthärtungsanlagen DVGW-zertifiziert und entsprechen damit dem höchsten Status hinsichtlich Sicherheit und Trinkwasserhygiene.

Das enthärtete Wasser wird mittels einer separaten Verschneideeinrichtung für Anwendungen in der Küche mit dem filtrierten Rohwasser auf 3°dH Resthärte verschnitten bzw. zweigt das unverschnittene Weichwasser mit einer Qualität von <0,1°dH zu den Kühltürmen, den Instituten „Chemie“ und „Medizin“ sowie der nachgeschalteten Umkehrosmoseanlage ab.

Mittels einer zweistufigen Umkehrosmoseanlage der Baureihe PERMAQ Pro, welche neben verschiedenen Filterstufen auch über eine integrierte Laugendosierung zur CO2-Abbindung verfügt, wird das enthärtete Wasser auf die gewünschte Leitfähigkeit von ≤ 5 µS/cm² entsalzt. Das entsalzte Wasser (Permeat) wird in einer Tankanlage, mit einem Fassungsvermögen von 20 m³, zwischengespeichert und mittels drehzahlgeregelter Drucksteigerungspumpen über Ringleitungen mit Druckhaltung zu den einzelnen Abnahmestellen des Labortraktes gefördert. Durch die Größe der Tankanlage können Verbrauchspitzen problemlos abgedeckt werden. Um einer Verkeimung des Permeates vorzubeugen, wird dieses über eine UV-Anlage in einem separaten Kreislauf umgewälzt.

Das Heizungswasser wird gesondert über eine wasserzählergesteuerte Enthärtungsanlage der Bau-reihe Rondomat 2600 enthärtet. Ein Feinfilter in der Nachspeiseleitung sowie Dosieranlagen zur Zugabe von Schutzstoffen bzw. ein Kreislauffilter wurden darüber hinaus vorgesehen.

Zur Behandlung des Kühlwassers in den beiden Kühlkreisen wurden zwei Anlagen der Baureihe Bewades PairOx vorgesehen. Die Anlagen sind dabei in je einen separaten Umwälzkreislauf eingebunden. Bewados PairOx-Anlagen dienen einerseits zur Desinfektion des Umlaufwassers mittels UV-Strahlen bzw. Zugabe von Ozon sowie zur automatischen, leitfähigkeitsabhängigen Regelung des Salzgehaltes des Kühlwassers. Zur Filtration des Kühlwassers sind den PairOx-Anlagen Siebkorbfilter vorgeschaltet.

 

2. Abwasserneutralisation
Um das in den verschiedenen Trakten anfallende Abwasser in das städtische Kanalnetz einleiten zu können, muss dieses entsprechend dem Abwasseremissionsgesetz einen pH-Wert von 6,5 bis 9,5 aufweisen. Zur pH-Wert-Regulierung bzw. mechanischen Reinigung des Abwassers wurde eine Zweistraßen-Neutralisationsanlage vorgesehen, wobei die verwendeten Behälter aus beständigem Polypropylen gefertigt wurden.

Zum Abfiltern grober Verunreinigungen wurden vor der eigentlichen Neutralisationsanlage zwei parallel geschaltete Grobfilter installiert. In einem nachgeschalteten Sedimentationsbehälter werden Schwebstoffe abgesetzt bzw. aufschwimmende Inhaltsstoffe abgeschieden. Die Neutralisationsanlage selbst besteht aus zwei Straßen, das heißt die Puffer- und Neutralisationsbehälter sind parallel ausgeführt und werden wechselweise betrieben. Zur Neutrali-sation des Abwassers stehen je eine Säure- und Laugedosieranlage zur Verfügung. Das neutralisierte Abwasser wird mittels Förderpumpen über ebenfalls zweifach ausgeführte Überwachungseinrichtungen in den Kanal gefördert, die pH-Wert, Temperatur sowie Abwassermenge überwachen und registrieren. Die gesamte Neutralisationsanlage kann über eine programmierbare Steuerung mittels Touch-Screen bedient und alle relevanten Betriebszustände visualisiert werden.

Auftraggeber:
Bundesimmobiliengesellschaft m.b.H. – Planen Bauen S, T, Vbg., 6020 Innsbruck

 

TGA Planung (HKLS)-Detailplanung:
A3 jp-Haustechnik GmbH & Co KG, 6020 Innsbruck

 

Installationen:
Opbacher Installationen GmbH, 6263 Fügen

 

Ausführung Wasseraufbereitungs- und Neutralisationsanlage:
BWT Austria GmbH, 5310 Mondsee
Geschäftsbereich: Gebäude- und Industrietechnik